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Gasverbrauch senken: was wirklich zählt

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Beim Gas gibt es zwei völlig getrennte Hebel: weniger verbrauchen und weniger je Kilowattstunde zahlen. Der zweite ist an einem Nachmittag erledigt, der erste braucht ein bisschen Technikverständnis – lohnt sich aber dauerhaft.

Erst einordnen: Ist dein Verbrauch überhaupt hoch?

Als grobe Orientierung für den Jahresverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche:

GebäudezustandkWh je m² und Jahr
Unsaniert, Baujahr vor 1978200 – 250
Teilsaniert140 – 200
Gut gedämmt / Neubau älter90 – 140
Effizienzhaus-Standard40 – 90

Richtwerte inklusive Warmwasser. Nutzerverhalten und Witterung verschieben die Werte deutlich.

Rechne deinen Wert einmal aus: Jahresverbrauch in kWh geteilt durch die Wohnfläche. Liegst du im obersten Bereich, geht es um Gebäudesubstanz – da hilft kein Verhaltenstipp, sondern nur Dämmung oder ein Heizungstausch, und das ist bei Mietwohnungen ohnehin Vermietersache. Liegst du im Mittelfeld, sind die folgenden drei Hebel die mit dem besten Aufwand-Nutzen-Verhältnis.

Hebel 1: Heizkurve absenken

Die Heizkurve bestimmt, wie heiß das Wasser im Heizkreis wird, abhängig von der Außentemperatur. Ab Werk ist sie fast immer zu hoch eingestellt – der Installateur wählt bewusst großzügig, damit niemand anruft und friert.

Bei einem Brennwertkessel ist das doppelt teuer: Er nutzt seine Brennwerttechnik nur dann wirklich, wenn das Rücklaufwasser kühl genug ist, damit der Wasserdampf im Abgas kondensiert. Bei zu hoher Vorlauftemperatur passiert das nicht – der Kessel läuft dann wie ein alter Heizkessel. Eine schrittweise Absenkung um jeweils 3 bis 5 Kelvin, mit ein paar Tagen Beobachtung dazwischen, bringt oft 5 bis 10 Prozent. Kostet nichts außer Zeit.

Hebel 2: Hydraulischer Abgleich

Ohne Abgleich fließt das Heizwasser dorthin, wo der Widerstand am kleinsten ist – also in die Heizkörper direkt an der Pumpe. Die Räume am Ende des Strangs werden nicht warm, also dreht man die Pumpe hoch und die Vorlauftemperatur nach oben, und das ganze System läuft im Dauerüberschuss.

Der Abgleich verteilt die Wassermengen passend zur Heizlast jedes Raums. Realistisch sind 8 bis 15 Prozent weniger Verbrauch. In Mehrfamilienhäusern ist er inzwischen ohnehin vorgeschrieben – ein Punkt, den man als Mieter beim Vermieter ansprechen kann und als Eigentümer in der Eigentümerversammlung.

Hebel 3: Warmwasser

Warmwasser macht in einem gut gedämmten Haus schnell 20 bis 30 Prozent des Gasverbrauchs aus – und es läuft das ganze Jahr, nicht nur im Winter. Zwei Stellschrauben:

  • Speichertemperatur auf 55 bis 60 °C. Weniger ist wegen Legionellen nicht ratsam, mehr ist reine Verschwendung.
  • Zirkulationspumpe mit Zeitschaltung. Läuft sie durchgehend, hält sie rund um die Uhr eine Rohrleitung warm, die nachts niemand braucht.

Und was bringt Stoßlüften? Richtig gelüftet wird ohnehin – der Unterschied zwischen gekipptem Fenster und Stoßlüften ist real, aber im Verhältnis zu den drei Hebeln oben klein. Wer bei den Basics ansetzt, spart mehr als mit jeder Verhaltensoptimierung.

Der zweite Hebel: der Preis je Kilowattstunde

Verbrauchssenkung braucht Monate, bis sie sich in der Abrechnung zeigt. Der Tarifwechsel wirkt sofort und auf jede einzelne verbrauchte Kilowattstunde. Auch beim Gas gilt: Wer nie aktiv einen Vertrag geschlossen hat, ist in der Grundversorgung. Laut BDEW-Gaspreisanalyse kostet die 13,6 ct/kWh, während Neukunden im Schnitt 9,1 ct/kWh zahlen – ein Abstand von 4,5 ct/kWh und damit relativ gesehen deutlich mehr als beim Strom.

Bei 14.000 kWh im Jahr, dem Wert für eine ungefähr 100 Quadratmeter große Wohnung, sind das rund 630 Euro Unterschied – ohne dass sich am Verbrauch irgendetwas ändert. Genau deshalb lohnt sich beim Gas der Blick auf den Tarif oft mehr als jede Verbrauchsmaßnahme.

Wichtig für Mieter

Ob du überhaupt wechseln kannst, hängt an der Heizungsart:

  • Eigene Gastherme in der Wohnung: Du hast einen eigenen Vertrag und kannst jederzeit wechseln.
  • Zentralheizung, Abrechnung über Nebenkosten: Der Vertrag läuft über den Vermieter oder die Hausverwaltung. Du kannst nicht wechseln – nur den Verbrauch beeinflussen.

Im zweiten Fall lohnt trotzdem ein Blick in die Nebenkostenabrechnung: Der ausgewiesene Arbeitspreis zeigt, ob der Vermieter selbst in einem teuren Tarif steckt. Das ist ein legitimer Punkt für die nächste Eigentümerversammlung oder ein Gespräch mit der Verwaltung.

Konkret nachsehen: Beim Gas ist der Abstand zwischen Grundversorgung und Neuvertrag besonders groß. Den echten Preis für deine Postleitzahl zeigt dir der Tarifrechner von Wechselpilot – halte deinen Jahresverbrauch bereit, damit wird es genauer.

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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Energieberatung. Angaben ohne Gewähr.